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„Was ist den bloß los mit den Dänen?“
Diese Serie  möchte Ihnen Dänemark näher bringen.
 
Wer sind die Dänen, wie ticken sie – und wie lebt es sich eigentlich im dänischen Modell-Wohlfahrtsstaat ? Welchen Einfluss haben Geschichte, Mythen und Anekdoten, aktuelle Politik, Selbstverständnis und viele andere Faktoren auf die Arbeit als ErzieherIn, LehrerIn oder PädagogeIn und nicht zuletzt auf die übergeordnete Planung und Leitung im sozialen und pädagogischen Bereich?
 
Das möchten wir hier gerne genauer beschreiben und erklären.

Unterschiedliche Wege raus aus der Pandemie

Die Überschrift „Was ist denn mit den Dänen los?“ konnte man in vielen deutschen Medien lesen, als in Dänemark am 1. Februar 2022 sämtliche Corona-Restriktionen aufgehoben wurden. Die Entscheidung der Regierung rief angesichts extrem hoher Ansteckungszahlen mit der Omikron-Variante weltweit Erstaunen hervor.

Die Begründung der Regierung war die hohe Durchimpfungsrate (über 80%) der Bevölkerung, die relative Harmlosigkeit der Mutation und die daraus folgende Schlussfolgerung, dass die Ansteckungsgefahr zwar sehr hoch ist, die Epidemie aber nicht mehr als gesellschaftskritisch eingestuft werden muss.

Trotz gemischter Gefühle ob der Ankündigung,  war die Freude groß. Denn das Schlüsselwort während der gesamten Pandemie war Vertrauen.

Vertrauen ist außerdem eines der zentralen Themen, wenn man die Dänen verstehen möchte.

Über 70% der Bevölkerung geben allgemein an, Vertrauen zu haben: in ihre Mitmenschen, Geschäftspartner, die Regierung, die Gesundheitsbehörde, öffentliche Einrichtungen usw.

Von den wilden Wikingern zum Wohlfahrtsstaat

Das Image der frühen Bewohner Dänemarks mag nicht das beste sein, Fakt ist aber, dass Dänemark in seiner Geschichte relativ verschont geblieben ist von bewaffneten Auseinandersetzungen, Kriegen und Korruption. Und das ist sicherlich ein Teil der Erklärung dafür, dass man hierzulande grundlegend davon ausgeht, dass andere Menschen nichts Böses im Schilde führen.

Wie ein früherer dänischer Staatsminister es ausdrückte:“ Man sieht selten einen Dänen mit dem Messer in der Hand – außer er hat eine Gabel in der anderen.“

Vertrauen ist gut

Vertrauen ist einer der Grundpfeiler dafür, dass Dänemark sich heute als Wohlfahrtsstaat bezeichnen kann. Denn man muss sich darauf verlassen können, dass die meisten zum Allgemeinwohl beitragen. Man muss als Bürger darauf bauen können, dass öffentliche Einrichtungen zum Wohle aller funktionieren, und dass beispielsweise Steuergelder gut verwaltet werden.

Es war Lenin, der sagte: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Diesem Satz begegnet man in Dänemark mit unverständigem Kopfschütteln und einem Gefühl des Unbehagens, denn wenn man grundlegend Vertrauen haben kann, braucht es keine Kontrolle.

Natürlich ist diese auch in Dänemark notwendig und wird konsequent vor allem im öffentlichen Bereich durchgeführt.

So ist dies beispielsweise in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie geschehen. Das Vertrauen der Bevölkerung in Regierung und Gesundheitsbehörde wurde nicht in enttäuscht – und umgekehrt genauso.

Die Gesundheitsbehörde veröffentlichte eine Reihe von Kampagnefilmen. Selbstverständlich diejenigen, die rein informativen Charakter hatten, aber auch die, die uns zum Schmunzeln brachten.

Hier ein Beispiel:

„Bist du schon zu lange zuhause?  Hab` Geduld. Noch ein wenig.“

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