Die Lebenserwartung von Menschen mit Entwicklungsverzögerungen hat sich in den letzten Jahren der Lebenserwartung der übrigen Bevölkerung angenähert. Bis 2035 wird die Zahl der älteren Menschen mit eingeschränkter Mobilität deutlich zunehmen.
Das Zentrum für Oligophrenie-Psychiatrie hat eine Projektion der Zahl der Menschen mit Entwicklungsverzögerungen in Dänemark erstellt und sieht einen Anstieg der Altersgruppe der über 65-Jährigen um 27% voraus .
Eine zunehmend älter werdende Bevölkerung führt dazu, dass altersbedingte Erkrankungen häufiger werden, nicht zuletzt Demenzerkrankungen.
In der Normalbevölkerung leiden etwa 5% der über 65-Jährigen an einer behandlungsintensiven Demenz, während dies bei Menschen mit Entwicklungsverzögerungen auf 22% zutrifft. Mit anderen Worten handelt es sich eine beträchtliche Überfrequenz.

Große Herausforderungen

Menschen mit Down-Syndrom haben ein besonders hohes Risiko Demenz zu entwickeln. Die Alzheimer-Krankheit trifft ca. 80% der Menschen mit Down-Syndrom. Gleichzeitig bricht die Krankheit in dieser Gruppe oft zu einem relativ frühen Zeitpunkt aus – nämlich bereits im Alter von 40-45 Jahren.
Die Alzheimer-Krankheit verursacht häufiger einen kürzeren und intensiveren Verlauf, je früher im Leben die Krankheit ausbricht.
Es gibt keinen Gesamtüberblick darüber, wie viele Menschen mit Entwicklungsverzögerungen an Demenz leiden. Die dänische Interessensorganisation für Menschen mit Entwicklungsverzögerungen (LEV) schätzt, dass die Zahl zwischen 300 und 500 Personen liegt.
Dass Menschen mit Entwicklungsverzögerungen älter werden, stellt die betreuenden Kommunen vor große Herausforderungen in Bezug auf den zukünftigen Einsatz – sowohl auf die Anzahl der Betreuungsangebote, den qualitativen Inhalt als auch auf die personellen Herausforderungen.
Die bestmögliche Lebensqualität für Menschen mit Entwicklungsverzögerungen und Demenz zu gewährleisten, erfordert daher einen qualifizierten medizinischen und sozialpädagogischen Ansatz/Methode. Und deshalb ist es wichtig, dass wir sowohl als Einzelpersonen als auch als Arbeitsteams richtig aufgestellt sind.

Früherkennung ist entscheidend

Es ist wichtig, dass Demenz bei Menschen mit Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkannt wird.

Daher ist es wichtig, dass das Betreuungspersonal beispielsweise in betreuten Wohneinrichtungen für Menschen mit Entwicklungsverzögerungen mit den frühen Anzeichen einer Demenz vertraut ist.

Kenntnisse über eine Demenzdiagnose und den Krankheitsverlauf sind ein wichtiges Instrument in der Wahl der sozialpädagogischen Interventionen und Methoden, die sich vorteilhaft und positiv auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz auswirken.

 

(Quelle: Sundhedsstyrelsen, Das dänische Bundesamt für Gesundheit)

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